HOMESPIRITUALITÄTEthisches Leben

EIN ETHISCHES LEBEN als Basis für die Spiritualität

Ethische Werte sind von größter Bedeutung

Ein ethisches Leben ist das Sprungbrett für die Spiritualität. Sich richtig zu verhalten ist eine Voraussetzung für den spirituellen Fortschritt. "Gesegnet sind die die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen."

In Indien nennt man die ethische Lebensweise Sadachar. Sant Kirpal Singh erklärt sehr tiefgehend, was damit gemeint ist:
Das Wort Sadachar ist nicht einfach zu übersetzen. Es gibt zwar viele begriffliche Entsprechungen, aber keine bringt seine umfassende und vielfältige Bedeutung zum Ausdruck. Kurz gesagt steht es für ein gutes und reines Leben.

Es beinhaltet keine starren Regeln oder festgelegte moralische Vorschriften sondern empfiehlt Reinheit und Einfachheit, die von innen nach außen ausstrahlt und wirkt, und jede Handlung, jedes Wort, jeden Gedanken durchdringt.

Es betrifft genauso die persönlichen Gewohnheiten, ob sie gut und hygienisch sind, wie die individuelle und soziale Ethik. Was die Ethik anbelangt, bezieht es sich nicht nur darauf, wie man mit den Mitmenschen umgeht, sondern mit allem, was lebt. Es bedeutet, damit im Einklang zu sein. Das wiederum entsteht, wenn man erkennt, dass alles vom selben Wesen ist.

Die erste Lektion, die ein wahrer Meister lehrt, ist, dass alles aus derselben Essenz besteht. Wer diese Wahrheit verstanden hat, wird dementsprechend diszipliniert leben. Er wird nicht übertriebenen Wünschen zum Opfer fallen. Sein einziges Ziel wird es sein, jenen ruhigen Punkt zu erreichen, in dem alles Handeln enthalten ist; wo nichts in der Hand zu haben bedeutet, alles zu besitzen. Er weiß, dass der einzige Weg zur Verwirklichung über Verzichten führt und der einzige Weg den Allmächtigen zu erreichen der ist, sich von allen anderen Bindungen zu befreien.

Er wird ein Leben der Losgelöstheit oder Nishkarma führen. Aber Loslösung bedeutet für ihn weder ein gleichgültiges Leben, noch ein Leben mit asketischem Verzicht. Alles Leben zu erkennen bedeutet, ein neues Band zu entdecken zwischen sich und der übrigen Schöpfung. Wem das bewusst ist, der kann nicht einfach „gleichgültig“ sein. Er wird unweigerlich von überfließendem Mitgefühl erfüllt sein für alles, das ihm (in seinem Leben) begegnet. Dieses Mitgefühl für das Gesamte muss auch einen gewissen heiligen Gleichmut gegenüber dem einzelnen Teil (sich selbst) enthalten. So jemand wird nicht länger an seine eigenen engen persönlichen Interessen gebunden sein, sondern seine Liebe und das, was er besitzt, mit allen teilen. Langsam aber sicher wird er ein wenig von Buddhas Mitgefühl, und der Liebe von Christus entwickeln. Er wird sich nicht dazu berufen fühlen, die Welt zu verlassen um in die Einsamkeit der Wälder, der Berge oder der Wüstenhöhlen zu gehen. Es muss eine innere Loslösung sein, und wer sie nicht in seinem Zuhause erreichen kann, wird sie auch nicht in den einsamen Wäldern erlangen.

Er wird erkennen, wie hilfreich es ist, sich von Zeit zu Zeit von den weltlichen Angelegenheiten und Sorgen zurückzuziehen in die Stille einsamer Meditation und Konzentration, aber er wird nicht danach aus sein, dem Leben und seinen Verpflichtungen zu entfliehen. Er wird ein liebevoller Ehemann und ein guter Vater sein, aber dabei nie den eigentlichen Sinn des Lebens vergessen. Er weiß, wie man "dem Kaiser gibt was des Kaisers ist" und für Gott bewahrt, was Gott gehört. Ihm ist klar, dass man die Wünsche nicht überwinden kann, indem man sie unterdrückt, sondern indem man sich direkt mit ihnen auseinandersetzt und sie überwindet. Für ihn bedeutet Sanyasa (Entsagung) nicht eine Flucht im äußeren oder Weltflucht, sondern inneres Frei sein.

Mitgefühl und Reinheit sind die beiden Haupttugenden, die ein solcher Mensch entwickelt. Er hat ein weites Herz und ist großzügig. Er sorgt sich mehr um das Leid der anderen, als um sein eigenes und es fällt ihm nicht schwer, denen zu vergeben, die ihn verletzen. Er hat eine einfache und zurückhaltendeArt. Er hat nur wenige Bedürfnisse, die leicht erfüllt werden können, denn wer zu viele Wünsche hat und an zu vielen Dingen hängt, kann kein reines Herz haben.

Rein zu sein umfasst für ihn auch, Fleisch und Alkohol zu meiden, denn – wenn alles Leben eins ist –beschmutzt man sich selbst, wenn man sich vom Fleisch anderer Lebewesen ernährt. Wenn es unser Ziel ist, selbst höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen, bedeutet eine Flucht in Drogen oder berauschende Getränke nur einen Rückschlag heraufzubeschwören. Es ist keine Besonderheit indischer Propheten und Seher, dass sie keinen Alkohol zu trinken und kein Fleisch zu essen immer als einen notwendigen Teil der spirituellen Disziplin festgelegt haben. Ähnliche Anordnungen gibt es im Koran oder der Bibel.

Sadachar ist keine trockene Selbstdisziplin, die man erreichen kann, indem man sich an festgelegte Regeln hält. Es ist eine bestimmte Lebensweise und dabei kann nur das Herz zum Herzen sprechen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Im Leben gibt es verschiedene Werte. Der Körper hat seinen Wert, der Intellekt hat seinen Wert, aber das spirituelle Leben ist von höchstem Wert.

                            Sant Kirpal Singh

 

 

 

 

 

 

 

 


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